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Welt.de (11.12.2006) Print E-mail

Langer und Siem sorgen für WM-Sensation

Erstmals spielte die 49-jährige Legende mit dem 26-jährigen Aufsteiger zusammen und bescherte dem deutschen Golf den größten Erfolg seit dem letztem Masters-Sieg vor 13 Jahren. Es ist womöglich Langers letzter Sieg vor dem Wechsel in die Seniors Tour.

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St. James - Mit einem Traum-Chip im Stechen hat Youngster Marcel Siem Deutschlands Golf-Altmeister Bernhard Langer noch einmal zu einem großen internationalen Triumph verholfen. Durch den Zauberschlag des 26-jährigen Ratingers am ersten Extra-Loch setzte sich das deutsche Duo beim 52. Weltcup in St. James auf der Antilleninsel Barbados gegen die Schotten Colin Montgomerie und Marc Warren durch. "Den konnte keiner besser spielen", lobte Langer.

Als Lohn der viertägigen Arbeit durften sich Langer und Siem, die nach einer 66er Schlussrunde wie die Schotten 278 Schläge auf dem Konto hatten, die Siegprämie von 1,4 Millionen Dollar teilen. Dritter mit 279 Schlägen wurde Schweden mit Ryder-Cup-Spieler Henrik Stenson und Carl Pettersson.

"Das ist wie ein vorgezogenes Weihnachtsfest", sagte Bernhard Langer, der das Turnier zum zweiten Mal nach 1990 (mit dem Hamburger Torsten Giedeon) gewann und damit binnen acht Tagen 900.000 Dollar kassierte. Am Sonntag zuvor hatte er mit seinem Filius Stefan zum zweiten Mal in Folge den Vater-Sohn-Wettbewerb in Orlando gewonnen. Der 16-jährige Stefan Langer trug beim Weltcup als Caddie die Tasche für seinen Vater.

Auch Marcel Siem könnte als Langers Sohn durchgehen. 23 Jahre trennen die beiden, doch auf dem Platz stand der Jüngere dem Älteren in nichts nach. "Am Donnerstag war er noch sehr nervös, aber dann hat er gespielt, als wäre er schon 20 Jahre dabei. Er hat tolle Drives geschlagen, lang und gerade. Seine Eisen waren fantastisch, und geputtet hat er von überall", sagte der 49-jährige Langer über seinen Spielpartner, der von der Ereignissen überwältigt war.

"Es ist unglaublich, hier mit Bernhard und Colin zu stehen. Das ist das Beste, was mir passieren konnte. Ich habe in der Woche mit Bernhard sportlich und menschlich so viel gelernt", sagte Marcel Siem, der nach seinem ersten Turniersieg auf der Europa-Tour im Januar 2004 in Südafrika (ebenfalls im Stechen) oftmals den Beweis seiner Fähigkeiten schuldig geblieben war, nun aber wieder in den Fokus der Golf-Welt rückte.

Die Dramaturgie der Entscheidung führte zwei Spieler zusammen, die gemeinsam zahlreiche Triumphe gefeiert haben. Bernhard Langer und Colin Montgomerie sind im Ryder Cup als Paar ungeschlagen geblieben und gewannen gemeinsam 2002 das Europa-Tour-Finale in Valderrama. Das war zugleich der bis dato letzte Tour-Sieg für den zweimaligen US-Masterssieger aus Schwaben, der 64 internationale Turniererfolge in seiner Vita hat.

Am 27. August 2007 wird Bernhard Langer 50 Jahre alt und bestreitet dann auch Turniere auf der US-Senior-Tour. Zudem spielt er im kommenden Jahr Einladungsturniere in den USA. Die US-Tour-Karte hatte er als 138. der Geldrangliste mit einem Verdienst von gut 561.000 Dollar verpasst. Dabei hätte der Siegerscheck von St. James alleine schon für Rang 123 und damit die Spielberechtigung gereicht.

WELT.de

Artikel erschienen am 11.12.2006

 
 

 

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