2013 TROPHEÉ HASSAN II

GOLF DU PALAIS ROYAL, AGADIR, MAROCCO
ERGEBNIS 271 (-17)
Siems Triumph von Anfang bis Ende

Agadir, Marokko: Marcel Siem gewinnt bei der Trophée Hassan II seinen dritten Titel auf der Tour, die vorletzte Chance auf die Teilnahme beim Masters verliert er aber im Fernduell gegen Henrik Stenson. Mikko Ilonen und David Horsey teilen sich Rang zwei.


Marcel Siem wollte am Sonntag vor dem Finale alles so angehen, wie schon am Vortag in der dritten Runde. Er wollte Routine aufbauen, wenig verändern. Gute zwei Stunden vor seiner Startzeit auf der Anlage des Golf du Palais ankommen, gemütlich frühstücken, ein wenig Musik hören und dann natürlich noch ein paar Schläge auf der Driving Range machen. Einzig und allein mehr Schlaf hatte sich der Deutsche für die Nacht von Samstag auf Sonntag gewünscht. Dieser hatte in den aufregenden Tagen von Agadir ein wenig gelitten.
Doch egal, ob viel Schlaf oder nicht: Siem setzte sich am finalen Sonntag mit einer 70 am Ende sicher gegen seine Verfolger durch und triumphierte vor den Augen des Kronprinzen von Marokko. Der dritte Titel auf der Tour bringt dem Deutschen ein Preisgeld von 250.000 Euro und hatte ihm noch einmal die Chance auf die Top 50 der Welt eröffnet - samt Eintrittskarte in den Augusta National Golf Club und zum Masters Tournament in zwei Wochen.
Die Hoffnung auf das Masters war groß: "Auch wenn ich der Open und den Europäern damit ein wenig in den Hintern trete: Das Masters ist das Beste", hatte Siem im vergangenen Dezember im Golf.de-Interview gesagt. "Ich bin seit 2000 Profi und habe in Augusta noch nie gespielt. Das macht mich verrückt."
Schon in den USA wollte er bei den beiden WGC das nötige Preisgeld sammeln, doch die erhofften guten Ergebnisse blieben aus. In Marokko bot sich mit einem Sieg die vorletzte Möglichkeit, den Traum von Amen Corner und Magnolia Lane aufrecht zu erhalten. Siem hat sich diese Chance nach eigener Kraft bewahrt. Nach dem Ende von Henrik Stensons Finalrunde bei der Houston Open war sie dann vorbei. Der Schwede übernahm Rang 50 im OWGR und schnappte sich Siems Eintrittskarte zum heiligen Rasen.[:galerie:]

Wackliger Start
Wie schon am Samstag ging es auch im Finale zunächst nicht gut los. Auf der zweiten Bahn traf er einen Chip zu fett und rettete auf dem Par 3 gerade so ein Bogey. Die Probleme gingen weiter. Ein Loch später blieb die Annäherung mit dem Eisen 9 auf dem Par 4 zu kurz. Ein präziser Schlag aus dem Bunker rettete aber das Par.
Auf der fünften Bahn, dem ersten Par 5 der Runde, wählte Siem schließlich die riskante Variante und griff das kleine, von Wasser verteidigte Grün, an. Mit Erfolg - der Ball landete im Vorgrün und zwei Putts führten schließlich zur ersten Unterspielung. Ein weiteres Birdie folgte dann auf dem Par 4 der 7 als Siem sein Eisen aus dem Rough fast tot an den Stock brachte. Mit eins unter Par ging der Deutsche dann schließlich auf die hinteren Neun, der Vorsprung auf die Verfolger war zu diesem Zeitpunkt aber bereits geschmolzen.
Illonen schließt auf
Mikko Ilonen war gemeinsam mit Pablo Larrazábal und David Horsey mit vier Schlägen Rückstand auf Siem in das Finale gegangen. Er spielte in der vorletzten Gruppe mit dem Spanier Larrazábal. Vier Birdies auf der ersten Halbrunde ließen den Finnen aber zwischenzeitlich in die geteilte Spitze aufrücken. Auf der 10 ebbte der Lauf des großen Finnen dann aber ab. Sein Angriff auf das Grün des Par 5 landete im Wasser und das erste Bogey des Tages wanderte auf seine Karte. Ein Doppelbogey auf dem kurzen Par der 12 beendete die Titelavancen des Finnen.
Siem hingegen lochte auf der 11 aus knapp fünf Metern zum Birdie und schon wuchs der Vorsprung wieder an. Zwischenzeitlich sogar auf fünf Schläge. Als Siem dann das Grün der 15. Spielbahn (Par 5) mit zwei Schlägen erreichte, mit einem sicheren Birdie verließ und seinen Vorsprung auf fünf Schläge ausbaute, war eine Vorentscheidung gefallen. Siem spulte schließlich sicher sein Programm ab, welches ihn sicher zum Titel führte.
Den zweiten Platz teilen sich David Horsey, der gemeinsam mit Siem die finalen 18 Löcher bestritt, und Mikko Ilonen. Beide unterschrieben 69 Schläge und beenden das Turnier drei Zähler hinter dem glücklichen Gewinner.
"Ich bin natürlich 'super happy', hier gewonnen zu haben", freute sich ein durchnässter Marcel Siem - er wurde von Lampert, Kieffer und Co. mit Wasser geduscht - gleich nach der Runde. "Ich möchte mich bei Bernhard Langer bedanken. Mit ihm habe ich gestern Abend noch telefoniert und er hat mir ein paar Tipps gegeben, wie ich am besten mit diesem Vorsprung umgehe. Er hat mir geraten, das Leaderboard auf den vorderen Neun nicht zu beachten und auch meine Taktik beizubehalten."
In der kommenden Woche wird sich Siem auf den Weg in die USA machen. Die Organisatoren der Texas Open haben ihn mit einer Einladung bedacht, die Siem gerne annimmt. "Das war eine schöne Überraschung." Und erneut um den Einzug ins Masters kämpfen. Das letzte Ticket nach Augusta winkt dem Sieger in Texas. [:galerie2:]

Quelle golf.de

©2018 Marcel Siem